07.07.2026 – Musikalischer Stummfilmabend mit Prof. Ralph Abelein (Klavier)

Musikalischer Stummfilmabend
Die Augen der Mumie Mâ, D 1918 – 59’
Regie: Ernst Lubitsch; Drehbuch: Hanns Kräly, Emil Rameau; Kamera: Alfred Hansen; Produktion: PAGU / Paul Davidson – Filmrestaurierung (2022) Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden
Mit: Pola Negri (Ma), Emil Jannings (Radu, ein Araber), Harry Liedtke (Albert Wendland, ein Maler), Max Laurence (Fürst Hohenfeld)
Musik: Ralph Abelein
Der Maler Alfred Wendland (Harry Liedtke) ist auf Studienreise in Ägypten und interessiert sich für das Grab der Mumie Mâ – es gäbe dort unheimliche Augen in der Wand, die jeden Besucher verhexen. Schnell kommt er der mysteriösen Erscheinung auf die Spur. Es sind die Augen einer jungen Frau (Pola Negri), die hinter der Wand gefangen gehalten wird. Sie wurde von dem sinistren Radu (Emil Jannings) entführt, der seitdem die Grabkammer bewacht und die Touristen ausnimmt. Wendland befreit Mâ und reist mit ihr nach Hause. Dort tritt ‘Mâ’ als Tänzerin auf und ist die Attraktion des Varietés. Radu will sich an Mâ rächen und findet eine Möglichkeit, auch nach Europa zu kommen. Mâ ahnt, dass sie verfolgt wird. Ein dramatischer Showdown beginnt
Magische Mächte und geisterhafte Erscheinungen waren beliebte Sujets des Stummfilmkinos, das mit ausgefeilten Filmtricks auf die Leinwand brachte, was bis dahin in der Literatur nur beschrieben werden konnte. Zum ersten Mal nahm sich auch Ernst Lubitsch, der bis 1918 vor allem Komödien inszeniert hatte, einer Geschichte an, die im Orient spielt und die Liebesmelodram und Thriller wild mischt. Er brauchte ein exotisches Sujet für seine neue Entdeckung, die Schauspielerin und Tänzerin Pola Negri, die mit ihrem dunklen Taint und ihrer besonderen erotischen Ausstrahlung der neue Star der Lubitsch-Filme werden sollte.
Ernst Lubitsch (1892 in Berlin – 1947 in Hollywood)
Ernst Lubitsch begann seine künstlerische Laufbahn 1911 an Max Reinhardts Deutschem Theater als Schauspieler, 1914 inszenierte er seinen ersten Film, bei dem er auch die Hauptrolle übernahm: Fräulein Seifenschaum. Ab 1917 Zusammenarbeit mit Emil Jannings, u.a. bei den Filmen Die Augen der Mumie Ma (1918), Madame Dubarry (1919) Anna Boleyn (1920) und Das Weib des Pharao (1921). Ab 1923 arbeitete Lubitsch in den USA, zunächst für die Warner-Studios, ab 1928 für Paramount. Im Januar 1935 wurde Lubitsch von der NS-Regierung die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. In den folgenden Jahren entstanden seine größten Erfolgsfilme wie Angel mit Marlene Dietrich (1937), Bluebeard‘s Eighth Wife mit Claudette Colbert (1938), Ninotchka mit Greta Garbo (1939) und To be or not to be (1942). Seinen ersten Farbfilm inszenierte er 1943 mit Heaven Can Wait (1943). 1947 erhielt Ernst Lubitsch einen Special-Oscar „for his distinguished contributions to the art of motion picture“. Ernst Lubitsch starb am 30.11.1947 in Hollywood, er ist auf dem Friedhof Forrest Lawn beigesetzt.
An der HfMDK initiierte Ralph Abelein 2008 das jährlich stattfindende Projekt „Musik für Stummfilme“, welches 2021 mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre ausgezeichnet wurde. 2009 gründete er den HfMDK Jazz- und Popchor. Seit 2020 ist er Ausbildungsdirektor für die Lehramtsstudiengänge. Er vertritt die HfMDK im Vorstand der hessischen Film- und Medienakademie und setzt sich im Programmbeirat der Stiftung Polytechnische Gesellschaft für das Stiftungsprojekt „Jazz und Improvisierte Musik in die Schule“ ein. Für die Konzeption und Vorbereitung des 2022 eingeführten Kooperationsstudiengangs MA Bigband war er federführend verantwortlich und leitet diesen gemeinsam mit Hendrika Entzian und Rainer Tempel.
Dieses Konzert wird vom Kultursommer Rheinland-Pfalz und dem Ministerium für Familie, Frauen, Integration und Kultur Rheinland-Pfalz gefördert.




